Computergestützte Epidemiologie
Mathematische Modellierung
Simulation
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EU-Projekt zu neu auftretenden Infektionskrankheiten

Simulationsprogramm zur Untersuchung von Epidemien und zur Optimierung von Interventionen (BMGS-Projekt)

SimPox

Finanziert durch das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS), entwickelten wir ein individenbasiertes Simulationsprogramm für das Robert Koch Institut (RKI), Berlin, Deutschland. Dieses Programm soll dazu eingesetzt werden, die Ausbreitung neu auftretender Erkrankungen zu studieren und Isolationsmaßnahmen zu optimieren.

Kurzbeschreibung des Simulationsprogramms:

  • Individuenbasiertes Programm, in dem enge und weitläufige Kontakte mit anderen Menschen durch zwei separate Lagen von Kontaktnetzwerken realisiert werden. Das Programm erlaubt es, verschiedene Netzwerke auszuwählen: Scale-free-Netzwerk, zufälliges Netzwerk, lokales Netzwerk, sowie Übergänge zwischen diesen.
  • Individuen haben unterschiedliche Typen von Zuständen: Infektionsstatus, Symptomstatus und Überwachungsstatus. Die Infektionsübertragung wird hauptsächlich durch den Infektionsstatus bestimmt, wird aber auch durch den Überwachungsstatus beeinflusst (z.B. Quarantäne, Isolation). Interventionen werden durch die Symptome der Individuen angestoßen und beeinflussen unter anderm den Überwachungsstatus der Individuen.
  • Bisher eingebaute Interventionen beinhalten das Aufspüren und Überwachen von Kontaktpersonen, die Isolation von Erkrankten, die Quarantäne von Gruppen oder Individuen, die Impfung von Kontaktpersonen (Postexpositionsimpfung), von Quarantänegruppen und von der ganzen Bevölkerung.

EU-Projekt MODELREL

Ziel dieses Projekts ist, die Modellierungskompetenz in der EU zu erhöhen und den Gesundheitsämtern durch Informationen und Planungshilfen beizustehen, um im Falles eines bioterroristischen Angriffs adäquat reagieren zu können. Im Rahmen dieses Projekts soll in einer konzertierten Aktion ein robustes Werkzeug entwickelt werden, mit dem bestehende Schwächen aufgedeckt und mit dem Interventionsmaßnahmen geplant und ausgewertet werden können.
Das Projekt startete im Jahre 2004 und endet im Jahre 2007.

Das hier beschriebene MODELREL-Projekt wird durch das INFTRANS-Projekt komplementiert, welches sich verstärkt mit Langzeiteffekten beschäftigt und mehr auf Grundlagenforschung ausgerichtet ist.