Computergestützte Epidemiologie
Mathematische Modellierung
Simulation
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SARSControl - ein EU-Projekt zur Übertragung von SARS

SARS
Quelle: Qingdao News

Der SARS Ausbruch zeigte, dass Infektionen, die durch enge Kontakte übertragen werden, sich schnell über internationale Grenzen hinweg ausbreiten können und zu zahlreichen Erkrankungen führen können. Selbst Länder, die nicht selbst von einem solchen Ausbruch betroffen sind, können durch die Meldung einer entfernt stattfindenden Epidemie beträchtliche wirtschaftliche Verluste erleiden. Somit ist es von entscheidender Wichtigkeit, die Wahrscheinlichkeit des Auftretens ähnlicher Ereignisse vorher abzuschätzen und deren möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben zu beurteilen. Die Teilnehmer des Projektes SARSControl erforschen die Ausbreitung von SARS- und Influenzaviren, schätzen die Risiken von solchen Ausbrüchen ab, führen wirtschaftliche Analysen durch und studieren mit mathematischen Modellen und Computersimulationen den Einfluss verschiedener Interventionsstrategien auf die Ausbreitung solcher Erkrankungen. Ziel des Projektes ist es, die Fähigkeit der Gesundheitsämter stärken, auf neu auftretende Infektionskrankheiten wie SARS und neue Influenzaviren angemessen zu reagieren. Um einen möglichst hohen Praxisbezug herzustellen, finden alle Aktivitäten des Projekts in enger Zusammenarbeit mit Entscheidungsträgern der europäischen Gesundheitsämter statt. In diesem Projekt werden wir Modelle entwickeln, die sowohl die lokale als auch die geographische Ausbreitung von SARS beschreiben. Zur Parameterschätzung und Validierung dieser Modelle steht uns eine Datenbank zur Verfügung, die alle in China aufgetretenen SARS-Fälle enthält und mit den Daten der WHO verknüpft ist. Um eine Vielzahl möglicher Szenarien zu beschreiben, soll eine ganze Reihe von Modellen entwickelt werden. Durch die Standardisierung epidemiologischer Parameter soll es den Projektpartnern gelingen, basieren auf diesen Modellen eine gemeinsame Empfehlung für die Bekämpfung solcher Ausbrüche abzugeben. Die Modellergebnisse sollen außerdem durch mikro- und makro-ökonomische Analysen für SARS und ähnliche Ausbrüche komplementiert werden, welche die wirtschaftlichen Auswirkungen verschiedener Interventsmaßnahmen bewerten. Gerade während des SARS-Ausbruches zeigte sich, wie sehr Interventionen von sozialen, kulturellen und psychologischen Faktoren abhängen können. Im Rahmen dieses Projektes soll deshalb besonderes Augenmerk auf die Untersuchung der individuellen Risikowahrnehmung und auf individuelle Vorsichtsmaßnahmen sowie auf die öffentliche Kommunikation von Gefahren und deren Verhütung gelegt werden. In diesen Untersuchungen sollen zudem auch Risikogruppen wie z. B. in Europa lebende Chinesen besonders berücksichtigt werden. SARSControl ist ein integriertes multi-disziplinäres Projekt, welches die Fähigkeit Europas stärken soll, auf neu auftretende Erkrankungen angemessen zu reagieren.