Computergestützte Epidemiologie
Mathematische Modellierung
Simulation
DE | EN | FR

INFTRANS - ein EU-Projekt zu neu auftretenden Infektionskrankheiten

Die internationale Zusammenarbeit im Rahmen des INFTRANS-Projektes verfolgt die folgenden, miteinander vernetzten Forschungsziele:

  • Die Etablierung eines Datenspeichers, der die wichtigsten Parameter zu demographischen Daten und Bevölkerungsbewegungen enthält, und damit eine realistische Modellierung der Ausbreitung von Infektionskrankheiten innerhalb und zwischen EU-Mitgliedsstaaten ermöglicht.
  • Die Zusammenfassung und Analyse bestehender Daten mit dem Ziel, Parameterschätzungen und Größenordnungsbereiche für die wichtigsten biologischen und epidemiologischen Parameter derjenigen Infektionskrankheiten zu erhalten, welche das höchste Risiko eines Ausbruchs in sich bergen.
  • Die Entwicklung einer Reihe von mathematischen Modellen, welche die jeweils nötige Komplexität aufweisen, um für ein vorgegebenes Spektrum möglicher Szenarien die zu erwartende Größenordnung eines Ausbruchs und den Effekt von Interventionen realistisch wiederzugeben.
  • Das Studium des Einflusses verschiedener großräumig angelegter Kontaktnetzwerke (definiert durch individuelle Bewegungsmuster und durch die soziale Durchmischung) auf die räumlich-zeitliche Ausbreitung von Infektionskrankheiten und der Nutzbarkeit dieser Netzwerke zur Bekämpfung der Infektionsausbreitung.
  • Die Entwicklung neuer statistischer Methoden zur Schätzung von Infektionsparametern durch die Anpassung von Übertragungsmodellen sowohl an Daten aus historischen Ausbrüchen als auch an Echtzeit-Daten, die praktisch gleichzeitig mit dem Programmlauf erhoben werden.
  • Die Entwicklung neuer Werkzeuge zur Vorhersage von Infektionsausbrüchen aus solchen Echtzeitdaten. Soweit verschiedene Parameter aus bisher verfügbaren Daten noch nicht mit Sicherheit bestimmt werden können, soll aus dem erhaltenen Wertebereich und der zu erwartenden Stochastizität abgeschätzt werden, in wie weit das Ausmaß eines solchen Ausbruches überhaupt vorhersagbar ist.

Das hier beschriebene INFTRANS-Projekt komplementiert das MODELREL-Projekt, indem es sich verstärkt mit Langzeiteffekten beschäftigt und mehr auf Grundlagenforschung ausgerichtet ist.