Computergestützte Epidemiologie
Mathematische Modellierung
Simulation
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QuickFlu

Die Anwendung von antiviralen Medikamenten gegen Influenza wird in weiten Kreisen diskutiert. Unter Verwenung der Parameterwerte und Konzepte, die von Longini et al. (Am. J Epidemiol. 159 (2004): 623-33) publiziert wurden, erstellten wir einen Kalkulator, mit dem man die Anzahl von Sekunkärkontakten, die durch unbehandelte und behandelte Fälle infiziert werden, berechnen kann.
Das vorgestellte Programm ist lediglich als schnelles Visualisierungswerkzeug gedacht, welches erlaubt, zu quantifizieren, wie sich die Anwendung antiviraler Medikamente auf die Übertragung auswirkt. Weitergehende Merkmale (welche in diesem Werkzeug nicht vorgesehen sind) umfassen die Immunisierung suszeptibler Individuen, zeitliche Verzögerungen in der Medikamentenverabreichung, der Anwendung komplizierterer Interventionsstrategien etc. Die Autoren dieses Werkzeugs implementieren derzeit solche Merkmale in einem Individuen-basierten Simulator, der es erlauben soll, Interventionen gegen Influenza zu optimieren.

Das beiliegende JAVA-applet kann als Visulisierung einer Umverteilung der Basisreproduktionszahl verstanden werden. Nach dem Start sehen Sie eine Visualisierung dessen, was in einer völlig ungeschützten Population abspielt. Ausgehend von einem zufällig ausgewählten Individuum, welches hinreichend engen Kontakt mit einem Infizierten hatte, sieht man, wie diese Person zunächst selbst infiziert wird und dann infektiös wird und andere ansteckt. Der Infektiöse ist entweder symptomfrei (asymptomatic), krank (symptomatic) oder schwer krank und bettlägrig (at home). Sie können die Schieberegler auf der linken Seite verwenden, um entweder diese Anteile neu einzustellen oder die Infektiosität der Kranken in den verschiedenen Stadien neu einzustellen. Eine systematische Erklärung der Schieberegler finden Sie unten auf dieser Seite. Die Schieberegler auf der linken Seite erlauben es, die kurzfristigen Auswirkungen von antiviralen Behandlungen zu berechnen. Die Ausbreitung der Infektion kann letztlich nur dann unter Kontrolle gebracht werden, wenn ein Infizierter im Durchschnitt weniger als einen Sekundärfall erzeugt.

Ausschluss der Haftung:
In keinem Falle ist die Universität Tübingen oder sonst eine Person für irgendeinen Schaden verantwortlich zu machen, der aus der Benutzung dieses Programmes herrührt.

Applet starten (benötigt JAVA)

Erklärung der Parameter

  • Cases, Asympt. Fract. [%]
    Anteil der symptomlosen Fälle unter allen Infizierten
  • Cases, Inf. of Asympt. [%]
    Infektiosität der symptomlosen Fälle im Verhältnis zur Infektiosität von Kranken
  • Cases, Circ. [% of Sympt]
    Anteil der Kranken, die noch herumlaufen und nicht bettlägrig sind
  • Contacts, Close [/day]
    Mittlere Anzahl von engen Kontakten (z. B. Familie) pro Tag; nur solche Kontakte werden gezählt, die hinreichend eng für eine Übertragung sind; symptomfreie, kranke und bettlägrige Patienten haben die gleiche Anzahl von engen Kontakten pro Tag
  • Contacts, Remote [/day]
    Mittlere Anzahl von weitläfigen (sporadischen) Kontakten pro Tag; nur solche Kontakte werden gezählt, die hinreichend eng für eine Übertragung sind; nur symptomfreie und kranke aber nicht bettlägrige Patienten haben weitläfige Kontakte
  • Antiviral Treatment of the Population, Treated [%]
    Anteil der Population, die Zugang zu antiviralen Medikamenten hat
  • Antiviral Treatment of the Population, Compliance [%]
    Anteil der Personen mit Zugang zu antiviralen Medikamenten, der die Medikamente auch wirklich einnimmt; der behandelte Anteil der Bevökerung berechnent sich also als Produkt aus dem Anteil mit Zugang und der Compliance
  • Antiviral Efficacy, Susceptibility [%]
    Reduktion der Suszeptibilität durch antivirale Behandlung; eine 30%ige Reduktion bedeutet, dass die Suszeptibilität von 100% auf 70% reduziert wird - eine Infektion wird also entsprechend unwahrscheinlicher
  • Antiviral Efficacy, Infectiousness [%]
    Reduktion der Infektiosität durch antivirale Behandlung; eine 80%ige Reduktion bedeutet, dass die Infektiosität von 100% auf 20% reduziert wird
  • Antiviral Efficacy, Disease [%]
    Reduktion der Erkrankungswahrscheinlichkeit durch antivirale Behandlung; eine 60%ige Reduktion bedeutet, dass nur noch 40% derjenigen Personen erkranken, die ohne Behandlung erkrankt wären (symptomatisch oder bettlägrig).