Computergestützte Epidemiologie
Mathematische Modellierung
Simulation
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Schätzung der Impfwirksamkeit von Masern

n den letzten Jahren sind in den Industrienationen wieder größere Masern-Epidemien aufgetreten. Das wirft die Frage nach der Wirksamkeit des Impfstoffes und der Dauer des Impfschutzes auf. In der vorliegenden Studie wurde eine Masern-Epidemie, die sich 1992/93 im Raum Ansbach ereignete, retrospektiv evaluiert, in der 530 Kinder erkrankten. Eine Fragebogenerhebung bei Allgemein- und Kinderärzten ergab, dass sich unter den Erkrankten - insbesondere unter den älteren - viele Kinder befanden, die zuvor geimpft worden waren. Aus Daten, die während Schuluntersuchungen erhoben wurden, konnten wir die Durchimpfung der jeweiligen Kohorten sowie die altersabhängigen Impfraten schätzen. Mit einem Maximum Likelihood-Ansatz schätzten wir die zeitlich veränderliche Impfeffizienz des in Ansbach verwendeten Masernimpfstoffes. Nach unseren Resultaten war eine Impfung vor 1978 praktisch wirkungslos (Geschätzte Effizienz: 0 %; 95% Konfidenz Intervall: 0-47%). In den folgenden Jahren stieg die Impfwirksamkeit auf 80 % an und erreichte schließlich 96 bis 97% (95% KI: 93-99%). Der Schätzwert für die Zeit nach 7/1990 lag mit 89% wieder etwas niedriger, beruht aber nur auf wenigen Beobachtungen, so dass sein Konfidenzintervall sehr weit ist (95% KI: 74-97%). Ein erweitertes Modell, das vorsah, dass der einmal erworbene Impfschutz über die Zeit wieder abnahm, ergab einen Schätzwert für die Verlustrate von 0% pro Jahr (95% KI: 0-0,3 % pro Jahr). Statistics in Medicine war so freundlich, uns zu erlauben, das Manuskript ins Netz zu stellen:

Manuskript (PDF, 359 kB)